Lohnunterschiede: letzte Daten

Der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik umfasst 37'000 Unternehmen und 1.7 Millionen Löhne.
In der Gesamtwirtschaft beträgt der mittlere Lohnunterschied zwischen den Geschlechtern im Jahr 2016 17.4%. Im privaten Sektor sind die Lohnunterschiede grösser (18.9%) als im öffentlichen Sektor (16.8%).

Die grössten Lohnunterschiede zwischen den einzelnen Wirtschaftsbranchen  finden sich bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (35%), gefolgt von den Branchen Maschinenbau und Gerätebau (25.6%).

Die separate Analyse für die sieben Grossregionen der Schweiz zeigt, das der Lohnunterschied grösser in der Grossregion Zürich (22.7%) als in in der Genferseeregion (12.6%) ist. Schlussbericht lesen.

Lohngleichheit: der nächste Schritt

Unternehmen, die mindestens 100 Mitarbeitende beschäftigen, sollen alle 4 Jahre eine Lohnanalyse durchführen. Im Dezember 2018 hat das Parlament eine entsprechende Gesetzesrevision verabschiedet. Weitere Informationen dazu finden Sie auf unserer Frontseite.

Nun ist es an der Wirtschaft nachzuziehen.

Revision des Gleichstellungsgesetzes

Am 14. Dezember 2018 verabschiedete das eidgenössische Parlament die Revision des Gleichstellungsgesetzes (GlG).

Darin werden alle Unternehmen mit 100 oder mehr Mitarbeitenden (Lernende werden nicht angerechnet) dazu verpflichtet, während 12 Jahren alle 4 Jahre eine Lohngleichheitsanalyse durchzuführen.

Die Pflicht entfällt in bestimmten Fällen:

  • Wenn das Unternehmen ohnehin einer Kontrolle unterliegt (Angebot zu einem öffentlichen Auftrag, Antrag auf Subventionen);
  • Wenn das Unternehmen vor weniger als 4 Jahren im Rahmen einer solchen Kontrolle nachgewiesen hat, dass es die Anforderungen erfüllt;
  • Wenn eine Analyse bei einem Unternehmen zeigt, dass die Lohngleichheit eingehalten ist, dann ist das Unternehmen von der weiteren Analysepflicht befreit.

Der Bund stellt allen Unternehmen ein kostenloses Standard-Analyse-Tool zur Verfügung, auch andere wissenschaftliche und rechtskonforme Analysemethoden sind zulässig.

Die Analyse ihrerseits wird überprüft. Das Verfahren richtet sich nach dem Arbeitgeber:

  • Private Unternehmen, die dem Obligationenrecht unterstehen, müssen die Analyse von einer unabhängigen Stelle überprüfen lassen. Das kann eine Revisionsstelle, eine Gleichstellungsorganisation oder eine Gewerkschaft sein. Ist das Unternehmen an der Börse kotiert, werden die Ergebnisse im Jahresbericht veröffentlicht.
  • Für die Bundesverwaltung ist der Bundesrat beauftragt, die Durchführung der Analysen zu regeln.
  • Die Kantone sind beauftragt, die Durchführung in ihrem Zuständigkeitsbereich zu regeln.

Die Mitarbeitenden werden über die Resultate ebenfalls orientiert. Auch dies richtet sich nach dem Arbeitgeber:

  • Bei privatrechtlichen Arbeitgebern müssen die Mitarbeitenden spätestens ein Jahr nach der Analyse schriftlich über das Ergebnis informiert werden.
  • Bei öffentlich-rechtlichen Arbeitgebern (Bundes-/Kantonsverwaltung) werden die Ergebnisse und die Überprüfung sogar veröffentlicht.

Ab wann die Lohngleichheitsanalysen durchzuführen sind, wird vom Bundesrat, ggf. unterschiedlich nach Unternehmensgrösse, festgelegt.

Der Bundesrat muss eine Evaluation der Wirksamkeit der neuen Vorschriften durchführen und dem Parlament nach zwei durchgeführten Analysen, spätestens neun Jahre nach Inkrafttreten, Bericht erstatten.

Der Bundesrat wird nach dem Erarbeiten der notwendigen Umsetzungsbestimmungen über das Inkrafttreten der Änderungen beschliessen. Die Geltung der Änderungen ist auf zwölf Jahre befristet.

Damit die Lohnlücke nicht zur Rentenkluft wird!

In diesem Jahr ist der Equal Pay Day am 22. Februar. Gemäss der letzten Lohnstrukturerhebung beträgt die durchschnittliche Lohndifferenz zwischen Frauen und Männern in der Schweiz immer noch 14,6%.

Verglichen mit der durchschnittlichen Rentendifferenz zwischen Frauen und Männern von 37,1% ist das eine vergleichsweise kleine Lücke, könnte man meinen, zudem eine, die sich zum sogar Teil erklären lässt. Der unerklärliche und damit diskriminierende Teil ist eindeutig verfassungswidrig, und von daher mehr als Recht, sich dem entgegen zu stellen. Und zusammen mit dem erklärbaren Teil der Lohndifferenz sollten diese 14,6% verschwinden: Sie tragen vor allem über die 2. Säule dazu bei, dass es zwischen Frauen und Männern nach ihrem Erwerbsleben zu einer Rentenkluft von 37,1% kommt. Ein guter Grund mehr, am 22. Februar 2019 mit dem Equal Pay Day auf diese Ungerechtigkeit aufmerksam zu machen!

Weitere gute Gründe, eine Aktion zum Equal Pay Day 2019 zu starten, finden Sie in unserem Argumentarium auf diesen Webseiten.

Internationale Koalition für Lohngleichheit

Die ILO, UN Women und die OECD haben im September 2017 die Equal Pay International Coalition (EPIC) gegründet. Diese soll dazu beitragen, das Strategische Nachhaltigkeitsziel 8.5 «Gleicher Lohn für gleiche Arbeit von Mann und Frau» zu erreichen.

 

Kontakt

Equal Pay Day Initiative
BPW Switzerland, Badenerstrasse 255, 8003 Zürich, E-mail

Überparteiliche Frauenallianz

 

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