Opinion Leaders für den Equal Pay Day

Doris Leuthard, Bundespräsidentin

«Frauen setzen Akzente in Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Kultur. Frauen sind eine wichtige Stütze der Gesellschaft und tragen zur Entwicklung der gesamten Wirtschaft bei. Frauen sind eine treibende Kraft in vielen Schweizer Unternehmen. Dieser Beitrag muss honoriert werden - abhängig von der erbrachten Leistung und unabhängig vom Geschlecht. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit darf nicht länger ein Lippenbekenntnis sein, sondern muss Realität werden. Ich fordere Wirtschaft und Politik zur Tat auf. Ich ermuntere die Frauen, für ihre Lohnrechte zu kämpfen. Initiativen wie equalpayday unterstützen uns dabei.»

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Newsticker

Equal Pay day 2010 fand am 11. März statt - Lohnunterschied Frau/Mann hat sich vergrössert

Am 11. März 2010 fand in der Schweiz zum zweiten Mal der Equal Pay Day statt. Organisiert wurde der Tag zur Lohngleichheit von Business and Professional  Women (BPW) Switzerland, dem schweiz- und weltweit bedeutendsten  Verband berufstätiger Frauen in verantwortungsvollen Positionen. Im Gegensatz zu den Zahlen von 2006 hat sich der Lohnunterschied 2008 von 18,9 auf 19,3 Prozent erhöht. 

Die Aktivitäten vom März 2010

Gemäss der Lohnstrukturerhebung 2008 verdienen Frauen in der Schweiz 19,3 Prozent weniger als Männer. Das ist eine Verschlechterung der Situation von 0,4 Prozent im Vergleich zum Jahr 2006. Die Lohndifferenz ist ungerecht und verstösst gegen das Gleichstellungsgebot und damit gegen die Bundesverfassung. Das Datum des Equal Pay Day markiert den Zeitraum, den eine Frau über den Jahreswechsel hinaus  arbeiten muss, um den Jahresverdienst ihres männlichen Kollegen zu erreichen.

Gemäss Lohnstrukturerhebung 2008 des Bundesamtes für Statistik (BFS) haben Frauen mit einem Lohn von 5040 Franken im Monat (Medianwert) 19.3 Prozent weniger verdient als ihre männlichen Kollegen (6248 Franken). Das sei, so das BFS, teilweise auf strukturelle Faktoren in Zusammenhang mit dem Arbeitsplatz, den Unternehmen und der persönlichen Qualifikation zurückzuführen. Bei den Strukturunterschieden ist insbesondere erwähnenswert, dass Frauen in anforderungsreichen Positionen und in Kaderstellen untervertreten waren und eher in Niedriglohnbranchen arbeiteten. Die Unternehmensgrösse spielte bei den Lohnunterschieden zwischen Mann und Frau ebenfalls eine Rolle: Sie waren bei Grossfirmen, in denen die Kaderstellen meist in Männerhand sind, ausgeprägter.

Business and Professional Women BPW kritisieren, dass Frauen nach wie vor bei der Rekrutierung von Kaderstellen, als auch bei Weiterbildungsmassnahmen benachteiligt werden. Diese Benachteiligung führt zu dem, was in der Statistik als strukturelle Unterschiede ausgewiesen wird. Der Equal Pay Day 2010 hat deshalb Lohn- und Honorarverhandlungen, Karriereplanung und Weiterbildung thematisiert. Die Frauen müssen befähigt werden, innerhalb bestehender Lohnverhältnissen, bei Bewerbungen und bei der Karriereplanung selbstbewusster und informierter aufzutreten. Frauen sind heute besser ausgebildet denn je und es gibt keinen Grund, dass nach wie vor viel weniger Frauen als Männer  in Kaderpositionen arbeiten.

Der Equal Pay Day findet auch in Deutschland, Österreich, Belgien und weiteren europäischen Ländern statt. Die European Women Lobby (EW) will 2010 ebenfalls einen Aktionstag zur Lohngleichheit lancieren.